Olivenbaum umtopfen, am besten im März

Olivenbaum beim Umtopfen mit durchwurzeltem Ballen neben einem größeren Topf

Wenn unten aus dem Abzugsloch Wurzeln wachsen, das Gießwasser oben stehen bleibt oder sofort durchrauscht und der Baum trotz Dünger kaum noch neue Triebe macht, ist es Zeit. Junge Olivenbäume brauchen etwa alle ein bis zwei Jahre einen neuen Topf, ältere alle zwei bis drei Jahre, große Exemplare noch seltener. Der beste Zeitpunkt ist das späte Frühjahr vor dem Austrieb, also März oder April, kurz bevor der Baum aus dem Winterquartier kommt.

Der neue Topf ist nur wenig größer als der alte, rundum etwa zwei bis vier Zentimeter. Die Erde ist durchlässig und eher mineralisch, das Abzugsloch frei, und gedüngt wird erst nach sechs Wochen.

Olivenbaum beim Umtopfen mit durchwurzeltem Ballen neben einem größeren Topf

Warum gerade im März

Im Spätwinter ruht der Baum noch, verbraucht wenig Wasser und hat in den Wurzeln Reserven eingelagert. Sobald es wärmer wird, bilden sich neue Feinwurzeln, die sofort in die frische Erde wachsen können. Plantura empfiehlt deshalb den Spätwinter bis frühen Frühling, kurz bevor der Baum das Winterquartier verlässt. Wer im Hochsommer umtopft, setzt den Baum bei großer Hitze zusätzlich unter Stress. Im Herbst ist es ebenfalls ungünstig, weil die verletzten Wurzeln vor dem Winter kaum noch nachwachsen und der lockere neue Ballen im Kübel schneller durchfriert.

Eine Ausnahme gibt es. Einen frisch gekauften Olivenbaum topft man besser bald um, auch außerhalb der idealen Zeit, solange es nicht gerade Juli oder November ist. Gärtnereien ziehen Olivenbäume oft in sehr torfhaltiger Erde und in Töpfen, die gerade so groß sind wie nötig. Beim Umtopfen sieht man außerdem, ob Wurzeln faul sind oder Schädlinge im Ballen sitzen.

Nur eine Nummer größer

Der häufigste Fehler ist ein viel zu großer Topf. Die Idee leuchtet ein, man möchte dem Baum Platz für Jahre geben. Doch in Erde, die noch nicht durchwurzelt ist, bleibt das Wasser lange stehen, weil niemand es aufnimmt. Rund um den Ballen bildet sich eine dauerhaft nasse Zone, und genau dort beginnt Wurzelfäule. Die Royal Horticultural Society rät bei Bäumen in Kübeln deshalb, schrittweise in größere Gefäße zu setzen, statt einen kleinen Baum gleich in einen sehr großen Topf zu pflanzen.

Plantura nennt etwa vier Zentimeter mehr Durchmesser. Bei einem Topf von 30 Zentimetern wären das also 34, bei 40 Zentimetern 44 oder 45. Das klingt wenig. Es reicht trotzdem für zwei Jahre.

Beim Material entscheidet eher die Praxis als der Baum. Terrakotta ist schwer und kippt nicht so leicht um, ein großer Topf voller nasser Erde lässt sich aber kaum noch bewegen. Kunststoff ist leichter und hält die Feuchtigkeit länger. Ein Abzugsloch braucht jedes Gefäß, Übertöpfe ohne Loch sind für Olivenbäume ungeeignet. Ökotest nennt für ausgewachsene Olivenbäume Töpfe ab 50 Zentimeter Durchmesser und einen Wechsel etwa alle zwei Jahre. Bei 60 Zentimetern ist auf den meisten Balkonen Schluss, schon weil ein solcher Kübel mit nasser Erde weit über einen Zentner wiegt und sich ohne Sackkarre nicht mehr bewegen lässt.

Die richtige Erde

Olivenbäume wachsen von Natur aus auf durchlässigen, oft steinigen und kalkhaltigen Böden. Die FAO beschreibt die Olive als Baum, dessen Wurzeln keine Staunässe vertragen und der auf Böden bis pH 8,5 gut wächst. Im Kübel braucht er deshalb eine Erde, die nach dem Gießen schnell wieder Luft in die Poren lässt.

Die RHS empfiehlt eine lehmhaltige Kübelerde mit etwa 20 Prozent Splitt, Plantura mischt torffreie Universalerde mit rund einem Drittel Sand. Im deutschen Fachhandel gibt es Kübelpflanzen- oder Mediterranerde, die schon Lava, Bims oder Ton enthält und sich ohne weitere Zusätze eignet. Eine Handvoll Blähton oder Splitt zusätzlich schadet nie. Reine Blumenerde aus dem Discounter ist zu torfig und sackt nach einem Jahr zusammen.

Über die klassische Drainageschicht aus Tonscherben oder Kies am Topfboden streiten Gärtner seit Jahren. Viele Ratgeber empfehlen sie, andere halten eine durchgehend lockere Erde für wichtiger. Sicher ist nur, dass das Abzugsloch frei bleiben muss. Eine Tonscherbe, gewölbt darübergelegt, hält die Erde davon ab, es zu verstopfen.

Schritt für Schritt

  1. Den Baum am Vortag gründlich gießen. Ein feuchter Ballen löst sich leichter aus dem Topf und zerfällt nicht.
  2. Größere Bäume vorsichtig auf die Seite legen, am besten auf eine Plane. Den Topf drehen und am Stamm knapp über der Erde ziehen, notfalls mit einem langen Messer am Topfrand entlangfahren.
  3. Den Ballen ansehen. Gesunde Wurzeln sind hell und fest, faule braun bis schwarz, matschig und riechen muffig.
  4. Faule und abgestorbene Wurzeln mit einer sauberen, scharfen Schere abschneiden, Moos und Unkraut von der Oberfläche entfernen.
  5. Ist der Ballen dicht verfilzt und drehen sich die Wurzeln außen im Kreis, die äußeren Wurzeln mit den Fingern oder einer Handharke etwas auflockern.
  6. Den neuen Topf vorbereiten: Tonscherbe über das Abzugsloch, nach Belieben eine dünne Schicht Blähton, dann so viel Erde, dass der Ballen später genauso hoch steht wie vorher.
  7. Den Baum einsetzen, gerade ausrichten und die Zwischenräume mit Erde füllen. Zwischendurch festdrücken, damit keine Hohlräume bleiben.
  8. Oben zwei bis drei Zentimeter Gießrand frei lassen.
  9. Gründlich angießen, bis Wasser unten herausläuft. Sackt die Erde nach, etwas auffüllen.

Den Stamm nicht tiefer setzen als vorher. Erde am Stammfuß hält ihn feucht und kann die Rinde schädigen.

Hand lockert mit einer Handharke die Wurzeln eines Olivenbaum-Ballens

Wurzeln schneiden, mit Zurückhaltung

Ein Wurzelschnitt ist beim normalen Umtopfen in einen größeren Topf nur nötig, wenn Wurzeln faul oder abgestorben sind. Anders wird es, wenn der Baum nicht mehr größer werden soll. Dann kann er in denselben Topf zurück, nachdem rundum ein Teil der äußeren Wurzeln abgeschnitten und die alte Erde teilweise ersetzt wurde. Plantura nennt eine klare Grenze: nicht mehr als zehn Prozent der Wurzeln entfernen. Beim Olivenbaum als Bonsai wird zwar deutlich stärker in die Wurzeln eingegriffen, die Bonsai-Gestaltung mit Olive folgt aber anderen Regeln als ein Kübelbaum auf der Terrasse.

Nach einem kräftigeren Wurzelschnitt kann die Krone etwas eingekürzt werden, damit weniger Blätter Wasser verdunsten, als die verkleinerten Wurzeln nachliefern. Der Rückschnitt fällt ohnehin ins Frühjahr, und beim Olivenbaum schneiden wird vor allem ausgelichtet statt eingekürzt.

Sehr große Bäume, die nicht mehr umziehen

Irgendwann ist ein Kübel so schwer, dass sich der Baum nicht mehr herausheben lässt. Dann bleibt er im Topf, und man erneuert stattdessen jedes Frühjahr die oberste Erdschicht. Die RHS beschreibt das so: etwa fünf Zentimeter alte Erde vorsichtig abkratzen, ohne die Wurzeln stark zu verletzen, und durch frische Erde mit Langzeitdünger ersetzen. Für die alten, knorrigen Olivenbäume aus Spanien und Italien, die oft mit stark gekapptem Wurzelballen in großen Kübeln verkauft werden, ist das oft die einzige praktikable Pflege. Was man über diese alten Olivenbäume aus dem Gartencenter vor dem Kauf wissen sollte, betrifft deshalb auch den Topf, in dem sie stehen.

Die ersten Wochen danach

Nach dem Umtopfen steht der Baum eine Woche lang hell, aber nicht in der prallen Sonne. Gegossen wird wie sonst auch erst, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist, und gerade in der ersten Zeit eher etwas weniger, weil die neue Erde noch Feuchtigkeit hält und die Wurzeln sie noch nicht erschlossen haben. Dünger gibt es frühestens nach sechs Wochen, weil vorgedüngte Kübelerde die erste Zeit selbst versorgt und frisch verletzte Wurzeln empfindlich auf Düngersalze reagieren. Danach geht es mit dem normalen Düngen des Olivenbaums weiter.

Ein paar gelbe Blätter in den Wochen nach dem Umtopfen sind normal. Wirft der Baum dagegen in großem Stil Laub ab, ist die Erde meist zu nass oder der Topf zu groß. Für alles Weitere, vom Standort bis zum Gießen über das Jahr, gelten die Regeln der Olivenbaum-Pflege im Kübel.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit, einen Olivenbaum umzutopfen?

Im März oder April, vor dem Austrieb. Neu gekaufte Bäume dürfen auch zu anderen Zeiten umgetopft werden, nur nicht in großer Hitze oder kurz vor dem Winter.

Wie viel größer sollte der neue Topf sein?

Nur wenig, etwa zwei bis vier Zentimeter mehr Durchmesser. In einem zu großen Topf bleibt die Erde lange nass.

Kann ich normale Blumenerde nehmen?

Besser nicht pur. Kübelpflanzen- oder Mediterranerde ist durchlässiger. Normale Erde lässt sich mit Sand, Splitt, Blähton oder Lava aufbessern.

Muss ich nach dem Umtopfen düngen?

Nein, frühestens nach sechs Wochen. Die frische Erde enthält genug Nährstoffe für den Anfang.

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